Was ist ein Freelancer, was ein Freiberufler?

Diese Begriffe können mitunter sehr verschieden verstanden werden.

Es gibt rund um die Selbständigkeit verschiedene Begriffe, die gerne miteinander verwechselt werden. Im Zweifelsfall sollte sichergestellt werden, dass alle Beteiligten von den gleichen Definitionen reden.

Auch im Internet findet man eine wilde Mischung aller Begrifflichkeiten – da ist also etwas Vorsicht angesagt.

Freelancer oder freier Mitarbeiter oder Einzelunternehmer?

Ein Freelancer oder „freier Mitarbeiter“ ist ein Mensch, der als Auftragsnehmer arbeitet und dabei keinen Arbeitsvertrag eingeht. Das bedeutet, ein Freelancer führt Aufträge aus, ist aber über den Auftraggeber weder versichert noch in den Betrieb des Auftraggebers eingebunden.

Somit ist jeder Freelancer auch ein Einzelunternehmer oder Selbständiger und für alle seine Handlungen selbst verantwortlich. Damit trägt er jedes Risiko selber und muss sich auch selbst um u.a. Krankenversicherung und Altersvorsorge kümmern.

Ein Freelancer kann seinen Status verlieren, wenn er überwiegend nur für einen Auftraggeber tätig ist und keine eigenen Mitarbeiter beschäftigt. Mit diesem Verlust geht dann die (gesetzliche) Rentenversicherungspflicht einher.

Ein Freelancer kann ein Freiberufler oder ein Gewerbetreibender sein.

Als Gegenteil von „Freelancer“ steht der Begriff „Arbeitnehmer“.

Freelancer können Mitarbeiter einstellen.

Was ist ein Freiberufler?

Der Begriff „Freiberufler“ ist nur eine steuerliche Begrifflichkeit und kennzeichnet vor allem die Berufe, die als „Katalogberufe“ anerkannt sind. Damit sind u.a. Ärzte, Ingenieure, Steuerberater, Notare, Journalisten oder Künstler gemeint. Die Katalogberufe werden in § 18 EStG definiert.

Freiberufler zeichnen sich durch besondere berufliche Qualifikationen und/oder schöpferische Tätigkeiten aus.

Vorteil der Freiberufler: Sie müssen keine Gewerbesteuer zahlen.

Es besteht die Möglichkeit, beim jeweils zuständigen Finanzamt die Feststellung des eigenen Status zu beantragen; entweder direkt bei Aufnahme der Selbständigkeit oder nachträglich.

Als Gegenteil vom Freiberufler steht der Begriff „Gewerbetreibender“.

Auch Freiberufler können Mitarbeiter einstellen.

Gewerbetreibende

Gewerbetreibende teilen sich in zwei Gruppen auf: Unternehmer und Kleinunternehmer.

Jeder Gewerbetreibende meldet ein Gewerbe an. Er kann dies alleine oder zusammen mit anderen Unternehmern machen. Ein Gewerbe ist jede Tätigkeit, die auf eigene Rechnung und mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird und kein freier Beruf ist (s.o. Katalogberufe).

Unternehmer sind zum Vorsteuerabzug berechtigt und müssen Mehrwertsteuer ausweisen und an das Finanzamt abführen. Unternehmer sind selbständig und eigenverantwortlich tätig und können Mitarbeiter einstellen.

In Gesetzestexten kann „Unternehmer“ sowohl eine natürlich als auch eine juristische Person (Firma) bezeichnen.

Kleinunternehmer bzw. Kleinunternehmerregelung

Dies ist ein Begriff aus dem Steuerrecht.

Kleinunternehmer verzichten auf das Recht, Vorsteuer beim Finanzamt geltend zu machen und werden dadurch wie Nicht-Unternehmer behandelt.

Sie dürfen keine Mehrwertsteuer ausweisen und der Umsatz darf im vorangegangenen Kalenderjahr 17 500 Euro nicht übersteigen und im laufenden Kalenderjahr 50 000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen (Quelle: § 19 UStG)

Kleinunternehmer sind Gewerbetreibende und ein Kleinunternehmer wird man, indem man bei der Gewerbeanmeldung bzw. dem Fragebogen für das Finanzamt die gleichnahmige Option ankreuzt. Ebenfalls ist eine nachträglicher Wechsel zum Kleinunternehmer möglich – aber nur zum Anfang eines Jahres! Dies gilt auch für den Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung.

Auch Kleinunternehmer dürfen Mitarbeiter einstellen, solange sie die Umsatz-Grenzen einhalten.

Pro Person kann nur einmal die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen werden, da bei mehreren angemeldeten Gewerben bzw. Unternehmungen die Umsatz-Grenzen für alle angefallenen Umsätze gilt.

Übrigens: es gibt keine Kleinunternehmen oder Kleingewerbe. Eigentlich sind damit Kleinunternehmer gemeint.