„Managed Server“ vs. „Managed Service“

Warum ein (Managed) Server nicht immer die sinnvollste Lösung ist und was der Unterschied zwischen „Managed Server“ und „Managed Service“ ist.

Wenn ein Webhosting-Paket nicht mehr ausreicht, weil die Webseite so gut besucht wird, oder aber besondere Anforderungen an die Software gestellt werden, liegt die Lösung nahe:

Ein eigener Server muss her!

Server sind in bezahlbaren Preislagen zu bekommen und für den Anfang reicht vielleicht sogar ein virtueller Server (auch: vServer) aus. vServer sind sogar schon für unter 20 Euro pro Monat zu bekommen und auch für Server reicht oftmals ein monatliches Budget von 50 Euro.

Auf den ersten Blick scheint somit die Bestellung eines (virtuellen) Servers eine gute Lösung zu sein. Eine Administrations-Software wird vom Webhoster gleich mit geliefert und erlaubt so das Anlegen von E-Mail-Konten und Webseiten.

Was könnte also schon schief gehen?
Durchaus einiges.

Eine Administrations-Software für einen (virtuellen) Server kann nur eine Unterstützung sein – nicht jedoch ein Ersatz für Fachkenntnisse. Oftmals kann die Administrations-Software sogar selber ein Problem darstellen, weil sie den Zugriff auf das System verkompliziert.

Ohne Kenntnisse in der Linux-Systemadministration auf Kommandozeilen-Ebene wird die Freude am eigenen Server meist schnell beendet. In einfachen Fällen von fehlendem Sicherheits-Managment werden „nur“ Webseiten durch Unberechtigte verunstaltet, in schwereren Fällen könnten illegale Dateien über den (virtuellen) Server für Dritte bereitgestellt werden.

Bei solchen Aktionen wird – je nach Einflussnahme und Können des Angreifers – der eigentliche Webmaster wenig oder sogar überhaupt nichts davon mitbekommen. Erst eine offizielle Anzeige oder die Sperrung durch den Webhoster lenken die Aufmerksamkeit des Webmasters auf die rechtlichen Kosequenzen seines Handelns.

Damit solche unangenehmen Situationen nicht entstehen, sollte ein Server nur von jemandem verwaltet werden, der über das entsprechende Wissen verfügt.

Was ist ein „Managed Server“?

Es gibt die Möglichkeit, beim jeweiligen Webhoster einen sogenannten „Managed Server“ zu mieten. Meist sind diese Server nicht sehr viel teurer als virtuelle Server oder Dedicated Server.

Bei den „Managed Servern“ kümmert sich der Webhoster um die Bereitstellung und Aktualisierung des Servers und der Software. Aus dem Aspekt der Sicherheit ist ein solcher Server eine gute Lösung. Allerdings lohnt sich hier ein sehr genauer Blick in die Liste der Inklusiv-Leistungen.

Diese Lösung hat nämlich einen großen Nachteil:
Sie ist unflexibel. Webhoster arbeiten bei „Managed Servern“ nach dem Prinzip „Schema F“. Das bedeutet, dass diese Server bereitgestellt und mit einem Betriebssystem-Image ausgestattet werden. Diese Images sind für die häufigsten Verwendungszwecke vorkonfiguriert und die installierte Software wird mit automatischen Sicherheits-Updates versorgt. Auf diese Weise entstehen nur geringe Kosten für den Webhoster.

Somit stellen diese Server leistungsfähige und teure Webhosting-Pakete dar. Das bedeutet in aller Regel, dass individuelle Änderungen und Optimierungen nicht durchgeführt werden. Würde der Webhoster hier manuelle Konfigurationen und/oder Installationen durchführen, würde dies die automatische Verarbeitung u.U. nicht mehr ermöglichen – je nachdem, welche individuellen Änderungen vom Kunden gewünscht waren.

Was ist „Managed Service“?

Eine Alternative zu einem „Managed Server“ wäre, einen Linux-Dienstleister mit der Verwaltung des Servers zu beauftragen.

„Managed Service“ bedeutet, Sie mieten sich einen (virtuellen) Server und beauftragen einen Dienstleister für Linux mit der Einrichtung, Wartung und Pflege dieses Servers. Ihre individuellen Wünsche und Anforderungen sind dabei das Wichtigste. Je nach Vereinbarung können Sie den Server auch über den Dienstleister beziehen. Manche Dienstleister können Ihnen daher auch bessere Konditionen anbieten, als wenn Sie direkt bei einem Webhoster bestellen würden.

Ihr Dienstleister kann für Sie nicht nur den Server warten und vor Angriffen schützen, sondern auch die verwendete Software nach Absprache auf dem jeweils aktuellen Stand halten. So haben Sie die Möglichkeit, sich ganz auf Ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Fazit

Wenn Sie ein leistungsfähiges Webhosting-Paket brauchen, dann sind Sie mit einem „Managed Server“ gut beraten.

Haben Sie allerdings Interesse an individuellen Konfigurationen, am Betrieb von angepasster Software oder Cluster-Lösungen sollten Sie die Suche nach einem für Sie passenden Dienstleister starten.

„Managed Service“ ist teurer als ein „Managed Server“, aber bei dieser Variante kümmert sich ein Mensch um Ihren Server und kann Ihre individuellen Anforderungen umsetzen.

Benennung in der Praxis

In der Praxis sollte man sich bei der Suche aber nicht auf diese Begriffe „Managed Server“ und „Managed Service“ verlassen, sondern immer die Leistungsbeschreibung studieren. Auch werden Dienstleister oftmals andere Begriffe verwenden, um ihre Dienstleistungen zu beschreiben.