Fehler bei der Gestaltung von Webseiten

Es ist leicht, bei der Gestaltung von Webseiten Fehler zu machen. Auf ein paar der häufigsten Fehler möchte ich hier näher eingehen und Alternativen vorschlagen.

Mehr als ein Web-Browser

Es ist sehr verführerisch, eine Webseite für den Internet Explorer zu optimieren. Jedoch sollte man bedenken, auch wenn (noch) die Mehrzahl der Internet-Benutzer damit surft, es Leute gibt, die diesen Browser nicht benutzen wollen oder können.

Es gibt keine Portierung des Internet Explorers auf Systeme, die auf Unix basieren. Gerade Universitäten, aber auch eine wachsende Anzahl von Privatpersonen, Schulen und Firmen setzt auf alternative System wie Apple oder das freie Betriebssystem Linux.

Webseiten sollten daher immer mit mehreren Browsern getestet werden und dabei auch verschiedene Auflösungen bedacht werden. Ebenfalls kann es sinnvoll sein, sich verschiedene Betriebssysteme zu installieren, da es durchaus vorkommen kann, dass sich der gleiche Browser je nach Betriebssystem unterschiedlich verhält.

Skripte

Benutzer im Web sind vor allem auf der Suche nach Informationen. Besonders problematisch wird es daher, wenn die Benutzer aus Performance- oder Sicherheits-Gründen Grafiken und/oder Java(-Script) ausgeschaltet haben.

Imagemaps und Grafiklinks werden nicht als solche erkannt und mitunter funktionieren ganze Navigationsstrukturen nicht mehr. Zudem sind manche Inhalte hinter komplizierten Imagemaps „versteckt“, die man oft nur unter Mühen entdeckt.

Bei Grafiken kommt noch das Problem hinzu, dass der angegebene Pfad zur Bilddatei richtig sein muss. Ein Fehler resultiert hier oft in unschönen Platzhaltern. Ebenso sollte die Größenangabe und ein alternativer Text eingegeben werden, damit Browser das (eventuell fehlende) Bild in der Positionierung berücksichtigen können.

Java-Applets und Javascript sehen nicht auf jeden Computer gleich aus. Dies hängt von verwendeten Browser bzw. der Version der Virtual Machine ab, die der Benutzer bei sich installiert hat.

Auch wenn heutzutage fast jede Webseite Javascript einsetzt, sollte auch bei Javascript ein <noscript> Tag hinzugefügt werden, in dem ein Hinweis steht, warum jetzt nichts angezeigt wird.

Was ist noscript?

Kontraste

In eine ähnliche Kategorie von Fehler fällt das Angleichen von Seitenhintergrund und Schriftfarbe. Bei schlechtem Kontrast ist dann nichts mehr zu erkennen. Daher sollten sich Hintergrund und Schriftfarbe immer sehr stark unterscheiden (z.B. schwarz auf weiß). Es ist immer wieder zu sehen, dass jemand dunkelblaue Schrift auf schwarzen Hintergrund benutzt. Für einige Benutzer ist dann fast nichts zu erkennen.

Hierbei möchte ich auch kurz noch auf die Schwierigkeiten hinweisen, die Menschen haben, die mit „Rot/Grün-Blindheit“ leben müssen. Bei Anzeigen, die durch rot und grün Hinweise signalisieren sollen, sollte also immer noch eine Alternative angegeben werden.

Schriften

Bei der Schriftart muss immer wieder darauf hingewiesen werden, dass nur Schriftarten verwendet werden können, die sich auch auf dem Rechner des Benutzers befinden. Dabei können Systeme aus dem Hause Microsoft nicht vorausgesetzt werden. Das Prinzip der einzubettenden Schriftarten dürfte derzeit als gescheitert anzusehen werden und erst mit der flächendeckenden Verbreitung von CSS3 wieder zum Vorschein kommen.

Die Größe von Schriftarten ist auch nicht auf jedem System gleich. Auf dem Mac ist eine Schrift meistens etwas kleiner. Ebenso interpretieren verschiedene Browser Schriftarten und -größen unterschiedlich. Einige Mozilla-Derivate stellen (z.B. in Verbindung mit CSS) Schriften kleiner als der Internet Explorer dar. Einer bildschirmunabhängigen Maßeinheit wie „em“ sollte der Vorzug vor pixelbasierten Größeneinheiten gegeben werden.

Frames

An Frames scheiden sich auch weiterhin die Geister. Eine Seite, die sich Frames bedient, ist oftmals sehr schwer (oder gar nicht) für Suchmaschinen zu indizieren.
Benutzer mit älteren oder textbasierten Browsern oder sprach-gesteuerten Browser werden auch ausgeschlossen. Gerade für die letztgenannte Personengruppe kann das Internet sehr wichtig sein. Deshalb sollte bei der Verwendung von Frames immer ein <noframes> Bereich enthalten sein, der die wichtigsten Informationen bzw. eine alternative Navigation enthält.

Flash und andere Plugins

Webseiten, die Navigationen per Flash anbieten, setzen das Flash-Plugin auf dem Computer des Besuchers voraus. Diese Annahme mag häufig korrekt sein, aber eben nicht in allen Fällen.

Bei mehrbenutzerfähigen Systemen bzw. in einem (Firmen-)Netzwerk kann es auch möglich sein, dass die Rechte, um ein Programm (bzw. Plugin) zu installieren eventuell nicht vorhanden sind, da diese durch die Administratoren nicht vergeben wurden, um einem Missbrauch der Systeme vorzubeugen.
Längst nicht jeder Browser ist von Anfang an fähig, Flash-Filme abzuspielen.

Annahmen über den Benutzer machen

Ein weit verbreiteter Fehler bzw. Unachtsamkeit ist, seine eigenen Hardware-Voraussetzungen als allgemeingültig hinzustellen. Nicht jeder Internet-Benutzer hat einen 21 Zoll Monitor oder surft mit einer Auflösung von 1152 x 864 bei maximiertem Fenster. Daher sollte auch darauf geachtet werden, dass bei Tabellen Prozentwerte statt absolute Werte genommen werden, da so gewährleistet ist, dass der Seiteninhalt nicht nur durch horizontales Scrollen zu sehen ist.

W3C-Validität

Zugegeben: in HTML kann man viel Unsinn anstellen, aber das sollte kein Grund sein, invalide Seiten zu erstellen.
Für Firefox und weitere Browser gibt es Erweiterungen, die automatisch die Validität einer Seite ermitteln. Damit wird die Prüfung sehr erleichtert und Fehler sollten also sehr schnell auffallen – Anpassungen sollten schon während der Entwicklungszeit vorgenommen werden.

Gerne wird auch der Titel der Seite im <title> Tag vergessen. Er ist allerdings von Bedeutung, da er in jedem Fenster angezeigt wird und Suchmaschinen ihn indizieren und als Suchergebnis anzeigen.
Wenn schon Frames eingesetzt werden, dann sollte darauf geachtet werden, dass der Titel im Frameset besonders aussagekräftig ist, da bei Frames nur dieser eine Titel angezeigt wird. Für gegebenenfalls indizierte Unterseiten gilt allerdings auch die Titel-Pflicht.

Übrigens: Auch für CSS- und RSS-Dateien gibt es feste Regeln, die eingehalten werden sollten. Die Validatoren können ebenfalls mit diesen Dateien umgehen und die Browser-Extensions auch.
Manchmal reicht dafür auch schon ein Blick in die Fehler-Konsole des Browsers.

W3C-Validator

Kontaktdaten

Unprofessionell wirken auch fehlende Kontakt-Möglichkeiten oder ein fehlendes Impressum. An mindestens einer Stelle einer Webseite sollte die E-Mail-Adresse des Webmasters/Anbieters stehen. Für Firmen gibt es Gesetze, welche die Impressumspflicht regeln.

Um es dem Benutzer einfach zu machen, sollte der Link auch mit „Impressum“ bezeichnet werden und an jeder Seite auf der gleichen Position anzutreffen sein.

Benutzerfreundlich und recht einfach zu warten sind Kontaktformulare. So braucht ein Benutzer noch nicht einmal zwingend eine E-Mail-Adresse, um Fragen zu stellen oder Feedback zu geben.
Wer ein Kontaktformular einsetzt, sollte dem Benutzer immer die Möglichkeit geben, sich eine Kopie der E-Mail zu seiner Adresse schicken zu lassen.

Rechtschreibung

Rechtschreibfehler sind peinlich und hinterlassen einen schlechten Eindruck.
Daher: jemand anderen den Text lesen lassen und natürlich selber kontrollieren.

Pop-Ups

Eigentlich jeder Browser hat inzwischen einen Blocker für Pop-Ups integriert. Wer Pop-Ups einsetzt, sollte also immer im Hinterkopf haben, dass die Informationen dort nicht gesehen werden.

Vermeiden sollte man auch Pop-Ups (gerade Werbung), die sich von selber beim Betreten oder Verlassen einer Webseite öffnen. Der Benutzer ist nur davon genervt. Ganz hervorragend sind auch Pop-Ups, die beim angeblichen Schließen noch eine Seite aufmachen. Schneller kann man die Benutzer gar nicht vergraulen.

Fazit

Diese Fehlerliste ist nicht vollständig, es gibt immer wieder neue Entwicklungen im Internet. Man sollte die Grundlage jedoch beachten: Das Internet ist ein heterogenes Netzwerk. Daher sollte man die Standards beachten und Software benutzen, die sie einhält.