Wofür braucht man überhaupt Server?

Server in Serverracks

Wikipedia-Server in Serverracks, Quelle: Domas Mituzas / Flickr (CC BY-SA)

Heute im Jahr 20106 werden ganz unterschiedliche Dinge mit dem Etikett „Server“ versehen.
Der Begriff aus dem Englischen bedeutet „Diener“ oder „Bedienung“ – es geht also darum, etwas für jemand anderen anzubieten oder zu erledigen.
Eigentlich ein Begriff, den jeder kennt und verwendet, aber was bedeutet er eigentlich genau?

Ich unterscheide zwischen diesen Kategorien:

Server im Sinne von: Software

Es gibt viele verschiedene Arten von Software, für diesen Artikel will ich eine sehr grobe Einteilung vornehmen:

  • Anwender-Software
  • Software als Dienst
  • Betriebssysteme

Anwender-Software sind Programme, die auf dem eigenen oder Büro-Rechner läuft, wie z.B. ein Programm zum E-Mails lesen und schreiben oder ein Internet-Browser, um Webseiten zu benutzen.

Mit der Definition „Software als Dienst“ kommen wir auch schon weiter, denn damit ist eine Software gemeint, welche für Anwender oder andere Software ihre Dienste bereit stellt, wie z.B. ein Mailserver, der E-Mails entgegen nimmt und versendet oder auch ein Webserver, der Webseiten ausliefert.

Diese Software-Dienste können kostenlos oder sehr teuer sein – das hängt vom Anbieter ab.

Manche Betriebssysteme werden auch als Server-Betriebssysteme bezeichnet, z.B. „Server Edition“.
Das hat damit zu tun, dass sie spezielle Optimierungen für den dauerhaften Betrieb auf Servern aufweisen und auf eigenen Computern, Notebooks oder Büro-Rechnern eher mühsam zu bedienen oder generell weniger geeignet sind.

Im Falle von Linux-Betriebssystemen wird bei der Installation keine grafische Benutzeroberfläche mit installiert, da die Verwaltung und Administration über die Kommandozeile erledigt wird. Theoretisch wäre es möglich, die grafische Benutzeroberfläche nachträglich zu installieren, aus Sicherheitsgründen wird jedoch bei Internetservern darauf verzichtet.

Dienste unter Linux haben keine Einstellungs-Dialoge, wie man sie von Anwendungs-Software her kennt. Daher sind grafische Benutzeroberfläche für einen Linux Server auch nicht notwendig.

Server im Sinne von: Hardware

Bei dieser Definition ist nur die Computer-Hardware gemeint oder auch der Teil des Computers, den man anfassen kann. Zumindest theoretisch, denn im Fall eines Internetservers könnte das ein wenig schwierig werden …

Ein Beispiel für Hardware kann man oben auch im Foto betrachten. So eine Serverfarm hat wohl kaum jemand im heimischen Wohnzimmer stehen … (und falls doch: wann kann ich mal zur Besichtigung vorbei kommen?)

Server im Sinne von: Produkt

Wenn man Server kaufen oder mieten will, kann es schnell kompliziert werden.

Zuerst zum einfachen Fall: Kaufen

Da kann man die Hardware von verschiedenen Herstellern käuflich erwerben. Das ist in etwa vergleichbar mit dem Kauf eines Computers fürs Büro oder zu Hause. Nur die Dimensionen sind etwas größer: mehr RAM, mehr Festplatten, mehr CPU-Power und redundante Teile für die Ausfallsicherheit. Dementsprechend sind auch die Preise höher.

Im Falle der Miete eines Internetservers – welcher in einem Rechenzentrum eines Hosting-Anbieters steht – wird man mit einer Vielzahl von Wortschöpfungen konfrontiert und muss oftmals erst „im Kleingedruckten“ herausfinden, welche Art man in welchem Tarif denn überhaupt bekommt.

Dedicated Server (=> nicht geteilte Hardware): Vertragspartner pro Internetservers ist ein Kunde und der kann bestimmen, welche Software darauf läuft und ist dafür auch komplett verantwortlich für Sicherheit und Verwaltung.
Natürlich kann diese Verantwortung an einen Server Admin (wie mich) delegiert werden.

Virtuelle Server (=> geteilte Hardware) haben inzwischen viele Bezeichnungen: vServer, vollvirtualisiert, Virtual Dedicated Server, Cloud Server, etc.
Hier teilen sich mehrere Kunden einen Internetserver und je nach technischer Umsetzung haben vollausgelastete vServer keinen oder starken Einfluss auch die anderen vServer. vServer sind meistens nicht so leistungsfähig wie reservierte Hardware. Sie können bei gutem Budget aber gute Alternativen sein, weil pro Art des angebotenen Dienstes (Webserver / Mailserver, etc) ein vServer zum Einsatz kommen können. vServer sind meist günstiger in der Monatsmiete.

Diese beiden Arten gibt es dann noch in zwei Variationen: mit und ohne Serveradministration.
Abgesehen davon gilt: jedes installierte Betriebssystem muss einzeln eingerichtet, aktualisiert und im Auge behalten werden.

In der Summe können zwei vServer also teurer sein als ein Dedicated Server und dennoch nicht so leistungsstark.

In diesem Artikel habe ich das genauer erklärt: „Managed Server“ vs. „Managed Service“.

One thought on “Wofür braucht man überhaupt Server?

  1. Andrea sagt:

    Danke für interessanten Beitrag. hier habe ich viel Neues für mich mit genommen!

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